Ethik

Ethische Fragen in der Altenpflege stellen sich bei schwerwiegenden Entscheidungen nach lebensverlängernden Maßnahmen, künstlicher Ernährung oder wenn ein Bewohner oder eine Bewohnerin das Essen verweigert, weil er oder sie sterben möchte. Aber auch bei vielen anderen Problemen ist die ethische Frage nach dem guten und richtigen Handeln von Bedeutung. Immer geht es darum, dass die an einer Handlung beteiligten Bewohner, Angehörigen und Mitarbeitenden sich möglichst nah an dem Willen des Betroffenen orientieren, auch dann, wenn er nicht mehr entscheidungsfähig ist.

Die meisten Entscheidungen werden im Einvernehmen mit den Bewohnern, Angehörigen und Mitarbeitenden getroffen. Für die Situationen, in denen Uneinigkeit über das richtige Handeln herrscht, haben wir in unseren Einrichtungen folgende unterstützende Instrumente entwickelt.

Infomaterial:

Fallbesprechung

Wenn der Nutzen von Maßnahmen in der Behandlung, Pflege oder Begleitung von Patienten oder Bewohnern fraglich wird oder wenn vor allem bei nicht einwilligungsfähigen Personen unsicher ist, was diese mutmaßlich selbst wollen, hat sich die Ethische Fallbesprechung als eine hilfreiche Methode der Ethikberatung erwiesen. Die Ethische Fallbesprechung bietet die Möglichkeit, solche schwierigen Entscheidungen in einem organisierten und strukturierten Kommunikationsprozess aller Beteiligten zu begleiten, zu reflektierten und zu begründeten Handlungsempfehlungen zu gelangen.

Mitarbeitende und Angehörige können Ethische Fallbesprechungen beantragen. Diejenigen, die den Bewohner am besten kennen, suchen mithilfe eines Ethik-Fragebogens und der Unterstützung eines neutralen Moderators nach Lösungen.

Infomaterial:

Ethik-Komitee

Das Ethik-Komitee ist eine ständige Einrichtung der Senioreneinrichtungen und Hospize der Hildegard-Stiftung und Marienhaus Stiftung und hat das Ziel, die Einrichtungen bei der Lösung ethischer Fragestellungen zu unterstützen.

  • Das Ethik-Komitee begleitet und verantwortet die kontinuierliche Weiterentwicklung des trägerweiten Ethik-Konzepts.
  • Das Ethik-Komitee greift konkrete ethische Fragestellungen auf, die in den Senioreneinrichtungen und Hospizen vorhanden sind, und die über den Rahmen einer ethischen Fallbesprechung hinausgehen, diskutiert diese und formuliert Antwortansätze in Form von Voten und ethischen Leitlinien (höhere Verbindlichkeit!). Die Umsetzung erfolgt in der Praxis durch die Verantwortlichen.
  • Das Ethik-Komitee steht allen Antragstellern in ethischen Krisensituationen beratend und helfend zur Verfügung.
  • Darüber hinaus schlägt das Ethik-Komitee den Hausleitungen und der Geschäftsführung konkrete Maßnahmen zur Fort- und Weiterbildung der Mitarbeitenden der Einrichtungen zur Lösung ethischer Probleme vor. Ein Ethik-Komitee für alle Einrichtungen in der Hildegard-Stiftung bietet Unterstützung, wenn Expertenrat von außerhalb benötigt wird.

Ethik-Koordinatoren

Ethik-Koordinatoren sind geschulte Ethikberater, die von außen kommen und vor Ort Unterstützung leisten. Ethik-Koordinatoren moderieren ethische Fallbesprechungen und überlegen gemeinsam mit den Mitarbeitenden, wie man zur besten Lösung kommt. Sie stellen, wenn nötig, den Kontakt zum Ethik-Komitee und anderen Experten her.

Ethisch fundierter Verhaltenskodex

In dem Ethisch fundierten Verhaltenskodex beschreiben wir unsere Vorstellungen über moralisch richtiges Verhalten und wende dies auf konkrete Alltagssituationen an. Alle Mitarbeitenden bemühen sich, in ihrem alltäglichen Handeln die Regeln des Ethisch fundierten Verhaltenskodex zu berücksichtigen.

Anonyme Mailadresse

Für alle Bewohner und Angehörigen gibt es eine anonyme E-Mail-Adresse, an die sie sich wenden können, wenn Fragen vor Ort nicht gelöst werden können.

Kontakt:
E-Mail: zentrale-ethik-komission@hildegard-stiftung.de

Kontakt

Adresse

Alten- und Pflegeheim St. Hildegard Emmelshausen

Rathausstraße 2
56281 Emmelshausen
Telefon06747 125-0
Telefax06747 125-105

Ansprechpartner